Der Verkauf des Geländes zum Bau des Center Parcs ist beschlossen. Fast alle Parteien begrüßen diese Entscheidung, und unterstützen damit ein Projekt, das den Tourismus und die Wirtschaftsbetriebe um Dennenlohe herum stützen soll.
Die Baumaßnahmen des geplanten 150 Hektar großen Geländes, erfordern die Umgestaltung eines Teils des Dennenloher Waldgebietes. Das rief von Anfang an den Protest der Grünen und des Bund Naturschutz auf den Plan. Während im Vorfeld lediglich diskutiert wurde, machen die Naturschützer im Verbund mit dem LBV (Landesbund für Naturschutz) und der Bürgerinitiative „Rettet die Heide“, jetzt Front gegen die Umsetzung der beschlossenen Pläne.
Helmut Altreuther (Vertreter des BN) bezeichnet die Pläne des international expandierenden Unternehmens Center Parcs gar als Frevel, dass die bayrischen Entscheidungsträger ohne Rücksicht auf die gravierenden Klimaveränderungen in brutalster Weise wichtige ökologische Ressourccen für ein derartiges Feriendorf wie Center Parcs freigäbe.
Gemeinsam mit Christian Magerl (Vorsitzender des Umweltausschuss) soll durch einen Antrag beim Landesamt der Verkauf des Geländes verhindert werden. Unter anderem wolle man verhindern, dass beispielsweise das Brutgebiet des Seeadlers zerstört würde. Als ein weiteres Problem sehen BN und Grüne, den immensen Wasserverbrauch eines Feriendorfes in der geplanten Größenordnung. Wenn 1 Mio. Menschen jährlich zusätzlich mit Wasser versorgt werden müssen, rechnen sie mit fatalen Folgen für die ohnehin wasserknappe Region. Auch sei die gesamte Anlage nur mit dem Auto erreichbar, was zum einem wegen des hohen Verkehrsaufkommens ohne geeignete Straßenführung, zu Problemen führen würde, zum anderen sei die dadurch entstehende Feinstaubbelastung ein ökologisch unvertretbarer Zustand. Zudem, so führte er an, sei der Bau neuer Straßenanbindunen ohne wirtschaftlichen Gewinn, lediglich ein Kostenfaktor, den letztlich die Steuerzahler zu tragen habe. Vergessen hat er bei diesem Gedanken allerdings, dass die Straßen nicht grundlos gebaut werden sollen, sondern weil sie einen wirtschaftlichen Gewinn ermöglichen. Wie Helmuth Schultheiß (Vertreter von BN und LBV) verlauten ließ, sei „die Messe noch längst nicht gesungen“, und man sei fest entschlossen den Ausverkauf der Heimat zu unterbinden.
In Claffheim und Burgoberbach wird seitens der SPD mittlerweile über den Bau von Ortsumgehungen nachgedacht. Zu bedenken ist dabei allerdings, in wie weit dies dazu beiträgt, den angestrebten Besucherstrom, am eigenen Ortskern vorbeizuführen.
Sicher ist es gut, dass Gegner des Projekts ihre Bedenken anmelden und auf Probleme hinweisen, die entstehen könnten. Für die Befürworter sind all diese Argumente wichtige Punkte, die es bei der Umsetzung zu berücksichtigen gilt und die in die Planung mit einfließen müssen. Denn letztlich soll die Anlage schließlich nicht dazu dienen, die Region zu schwächen, sondern zu stärken. Auch die Betreiber von Center Parcs haben keinerlei Interesse daran, in eine intakte Region Millionen zu investieren, um eine wertvolle Ökologie zu zerstören, in die am Ende kein Tourist mehr fahren mag.
Im Gegenteil, einer der wichtigsten Bausteine der Firmenphilosophie von Center Parcs, ist das Handeln im Einklang mit der Natur und die ökologische Bauweise mit Naturmaterialien. So werden auch die 8oo geplanten Ferienhäuser auf dem neuesten Stand sein, was den Energieverbrauch angeht. All diese Punkte lassen sich vertraglich festlegen. Dass ein Teil der Waldregion – genauer gesagt lediglich 10 Prozent des gesamten Gebietes – weichen muss, ist nicht von der Hand zu weisen. Es darf aber nicht so getan werden, als bestünde das Projekt lediglich aus diesem Punkt. Vorausschauend wird nach dem Bau und der Wiederherstellung des Umfeldes, sich der Verzicht auf einen kleinen Teil des Waldgebietes, als wichtiger Wirtschaftsfaktor entwickeln. Die Gelder, die dadurch erwirtschaftet werden, können u.a. dem Naturschutz verstärkt zur Verfügung stehen. Bürgermeister der umliegenden Orte, haben erkannt, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen und sitzen schon mit guten Ideen in den Startlöchern, um Touristen mit attraktiven Angeboten auch in ihre Orte zu „entführen“.
Schlagworte: Center, LBV, Naturschutz, parcs
Also egal was der Umweltschutz sagt, wirtschaftlich ist der Park ein großer Vorteil für die unterentwickelte Region!
Unterentwickelt sind bei uns nur einige Politiker. Als Einwohner von Dennnenlohe, habe ich die letzten Jahre keinen einzigen Verhungerten auf
der Straße liegen sehen. Diesen Unfug den Leuten als große Chance zu
verkaufen ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten.
Ich jedenfalls werde im Fall der Verwirklichung die Konsequenzen ziehen
und dieses Land verlassen.
Im übrigen sollte jeder mal gesehen haben wie eine Baustelle vergleichbarer Größe aussieht. Die Bilder unter folgenden Link zeigen die
Baustelle “Bois des Harcholins” in Lothringen (F).
http://www.abreschviller.fr/IMG/pdf/DIAS_CENTER_PARCS_version_web.pdf